Wir wünschen Euch allen ein friedliches und harmonisches Weihnachtsfest!

 

Das letzte Jahr war sehr intensiv und zusammen haben wir wieder unzählige schöne, lustige, anstrengende und erfolgreiche Stunden miteinander verbracht. Wir freuen uns jetzt schon auf das neue Jahr, in dem wir tolle Seminare, Workshops und Trainings, einfach eine geniale Zeit mit Euch planen.

"Wenn uns bewusst wird, dass die Zeit die wir uns für andere Menschen nehmen, das Kostbarste ist, was wie schenken können, haben wir den Sinn der Weihnacht verstanden."

Roswitha Bloch

 

Außerdem hier noch Tipps für ein entspanntes Silvester mit Hund
Hunde und Silvester

Bald ist es wieder soweit. Unzählige Hunde werden an Silvester nicht nur mit ihren eigenen Ängsten kämpfen, sondern auch ihre Halter zur Verzweiflung bringen.

Somit stellt sich wie jedes Jahr die gleiche Frage. Wie können wir Silvester für unsere Vierbeiner erträglicher machen?

Als erstes ist zu akzeptieren, dass die Angst vor den Geräuschen (dem Lärm), dem Geruch nach verbrannter Luft und die Furcht vor Raketen und Böllern nicht geheilt werden kann. Wir können den Hunden nicht rational erklären, dass sie sich nicht in Lebensgefahr befinden. Angst ist immer irrational.

Warum sollen die Hunde etwas schaffen, was selbst der Mensch nicht kann. Jeder von uns kennt Menschen, die vor einer kleinen Spinne schreiend davonrennen oder beim Anblick einer niedlichen Maus auf den Tisch springen. Und die Wahrscheinlichkeit, dass die Spinne oder die Maus dem Menschen ernsthaft schaden kann ist gleich null.

Das Schlimmste was wir unseren Hunden „antun“ können, ist sie an Silvester zu bedauern, sie voller Mitleid trösten zu wollen. Ein Trösten im Sinne von ständig streicheln und mit hoher, mitleidender Stimme auf sie einzureden. In der Natur gibt es keinen Trost.

So würden wir dem Hund nur zeigen, dass wir selbst Angst haben. Die Angst des Hundes würde sich dadurch steigern. Mitleid ist schädlich. Mitgefühl dagegen wichtig.

Der ängstliche Hund braucht uns als starke, in sich ruhende Menschen an seiner Seite. Durch diese Ausstrahlung zeigen wir ihm, dass wir uns sicher fühlen, keine Gefahr besteht. Also ist es das Beste, wenn wir uns ganz normal verhalten. Das bedeutet jedoch nicht ihn zu ignorieren.

Manche Hunde verkriechen sich, andere dagegen suchen die Nähe des Menschen. Es gibt Hunde, die genießen es, wenn der Mensch sie fest in die Arme nimmt. Eine sanfte, gleichmäßige Umarmung kann beruhigend wirken, da der stetige Druck auf das gesamte Nervenkostüm entspannend wirkt. Im Handel werden Thundershirts angeboten, die genau diese Wirkung haben. Auch bei der Angst vor Gewitter (daher der Name) haben sie schon vielen Hunden geholfen.

Es gibt noch mehr sanfte Methoden.

Allerdings eignen sich diese Methoden nur unterstützend, wenn die Angst nicht zu sehr ausgeprägt ist. Bachblüten wirken je nach Hund sehr effektiv (bitte unbedingt vom Tierheilpraktiker/Homöopathen beraten lassen).

Auch das frei verkäufliche Adaptil, oder D.A.P- Spray haben eine entspannende Wirkung. Hierbei handelt es sich um künstlich hergestellte Pheromone. Mutterhündinnen kommunizieren über die Botenstoffe (Pheromone), welche in die Umgebungsluft abgegeben werden, mit ihren Welpen. Diese Botenstoffe dienen der Entspannung und vermitteln den Welpen ein Gefühl der Sicherheit.

Studien zeigen, dass diese Wirkung der Entspannung und Geborgenheit auch von künstlich hergestellten Sprays erzeugt werden kann. Diese „Entspannungsbotenstoffe“ sind für uns Menschen absolut geruchslos. Sie können nur von Hunden wahrgenommen werden. Das Mittel sollte im Idealfall schon einen Monat vor Silvester angewendet werden. Es wird in den Raum gesprüht- NIE auf den Hund!

Bei extrem starker Angst (zu erkennen, wenn der Hund  extrem hechelt, winselt, am ganzen Körper zittert, er nicht ansprechbar ist, die Rute wird komplett eingeklemmt), die Richtung Panik geht, bitte unbedingt die Hilfe eines Tierarztes, der sich auf die Verhaltenstherapie spezialisiert hat, in Anspruch nehmen.

Es gibt verschreibungspflichtige Medikamente, die entspannend und Angst reduzierend wirken. Bitte den Hund nie „sedieren“, ihn körperlich ruhigstellen. Der Hund wird körperlich ausgeschaltet, bekommt aber alles mental mit und ist der Stresssituation hilflos ausgeliefert. Das kann den Hund schwer traumatisieren.

Im Idealfall verbringen wir mit unseren Hunden Silvester an einem Ort, an dem kein Feuerwerk stattfindet. Wenn das nicht möglich ist, hat man immer noch die Option den Hund ins Auto zu packen und über Mitternacht mit ihm unterwegs zu sein.

Das Auto vermittelt vielen Hunden einen Höhlencharakter, in dem sie sich sicher fühlen. Zudem sind die Außengeräusche kaum wahrnehmbar, erst recht nicht, wenn das Radio läuft. Sehr viele meiner Kunden haben mit Erfolg diesen Tipp umgesetzt.

Wenn diese Möglichkeit nicht besteht, man zuhause bleibt, wäre es auch hier ratsam die Jalousien runter zulassen, eventuell die Fenster abzudunkeln und den Fernseher einzuschalten. Je weniger Lärm und Licht von außen wahrzunehmen ist umso besser.

Für manche Hunde bedeutet es zusätzlich verstärkten Stress, wenn Freunde zum feiern eingeladen werden. Alles Fremde verunsichert und kann somit auch Angst machen. Nicht jeder Hund liebt es, wenn zuhause Partystimmung herrscht.

Beim Spaziergang sollten die Hunde immer angeleint bleiben. Die Gefahr, dass irgendwo ein Böller plötzlich los geht und der Hund panisch davonrennt ist einfach zu groß.

Leider gibt es kein Patentrezept, welches bei jedem Hund wirkt. Jeder Hund ist einzigartig und reagiert somit anders und hat seine ganz eigenen Bedürfnisse.

Unsere Aufgabe ist herauszufinden, wie wir unseren Hunden am besten helfen können. Medikamente, Thundershirts, Bachblüten und Pheromonsprays können eine sinnvolle Unterstützung sein.

Es gibt Hunderassen, die generell mehr zur Geräuschempfindlichkeit neigen. Dazu zählen z.B. alle Hütehunde, wie Border Collie und Australien Shephard. Hier wäre es sinnvoll sie schon vom Welpenalter an, an Geräusche zu gewöhnen.

Hier empfiehlt sich eine Desensibilisierung. So gehen wir z.B. mit dem Welpen in die Nähe eines Schießstandes. Wichtig ist ganz langsam die Distanz zu verringern. Der Hund sollte entspannt sein und kein Angst- oder Meideverhalten zeigen. So kann der Hund sich langsam an die Knallerei gewöhnen und reagiert nicht mehr übersensibel darauf. Hier ist jedoch das Timing sehr wichtig, die Gefahr die Angst zu verstärken ist recht hoch. Deshalb bitte nur mit fachmännischer Hilfe trainieren.

Zur Desensibilisierung eignen sich, wenn auch nur bedingt, spezielle Geräusche- CDs. Diese CDs können nie die Realität eines echten Feuerwerks nachempfinden. Selbst wenn die Geräusche authentisch sind, die Energie, der typische Feuergeruch fehlt.

Hunde sind hochsensitive Wesen, die die veränderte Atmosphäre in der Luft schon weit im Voraus wahrnehmen. Sie spüren regelrecht die Anspannung, die in der Luft liegt.

Meine Hunde zeigen mir schon Tage vorher an, wann es gewittern wird.

Zusammengefasst ist es wichtig einfach DA zu sein für unseren Hund. Unsere Anwesenheit, unsere Ruhe und liebevolle Fürsorge zeigt ihm, dass er sich auf uns verlassen kann. Er begreift, dass wir ihn nicht alleine lassen. Auch wenn wir nicht in der Lage sind ihm seine Angst abzunehmen, können wir ihm helfen sie zu ertragen.

Nicht jeder Hund hat Probleme mit Silvester. 3 von meinen 4 Hunden schlafen seelenruhig, während es nur so kracht und blitzt. Der 4. reagiert dagegen panisch. Daran sieht man, dass Erziehung nicht alles ist. Schließlich wurden alle Hunde von mir, mehr oder weniger, gleich erzogen. Also gibt es keinen Grund sich für die Angst des Hundes schuldig zu fühlen. Wir können nicht alles kontrollieren.

Jeder Hund bringt von Geburt an etwas ganz eigenes mit. Was für den einen Hund Gefahr bedeutet, kann für den anderen Hund völlig belanglos sein. Der eine Hund kommt mit einem starken Nervensystem zur Welt. Der andere ist von Geburt an ein Softie. Sicher spielen auch Alter, gesundheitlicher Zustand und Erfahrungswerte mit eine Rolle, wie Hunde auf Silvester reagieren.

Letztendlich spielt es keine Rolle, warum ein Hund Angst hat. Das Einzige was zählt ist, dass wir ihn mit seiner Angst nicht alleine lassen.